Mag. Jakob Weinrich – Ihr Rechtsanwalt in 1070 Wien.

Obsorge: Wer bekommt sie?

Wenn sich Eltern scheiden lassen, ist die Obsorge der Kinder oft zentrales und umstrittenes Thema. Fraglich ist dann vor allem, wem die alleinige Obsorge zukommen soll.

Die Obsorge umfasst die elterlichen Rechte und Pflichten zu Pflege, Erziehung, Vermögensverwaltung sowie die gesetzliche Vertretung der Kinder.

Dies kann – abhängig vom Alter – eine Fülle an Entscheidungen betreffen. Konkretes Streitthema sind die Wahl von Kindergarten bzw Schule, Wohnsitz-(Wechsel) oder medizinische Behandlungen.

Grundsätzlich bleibt nach der Scheidung die gemeinsame Obsorge der Eltern aufrecht. Bei der einvernehmlichen Scheidung ist die Einigung über die Obsorge sogar Voraussetzung für die Durchführung.

Allerdings wird bei (strittigen) Scheidungen auch oft die Übertragung der Obsorge beantragt. Eine solche muss stets eine Kindeswohlgfährdung zum Grunde haben.

Oft mit der Obsorge verwechselt, wird das Kontaktrecht. Kontakte zu den Kindern können unabhängig von der Obsorge vereinbart und vergleichbar einfach bei Gericht beantragt werden.

Dem nicht obsorgeberechtigten Elternteil stehen neben dem Kontaktrecht auch Informations- und Äußerungsrechte zu. Dieser muss von allen wesentlichen Maßnahmen bzw Entscheidungen vom obsorgeberechtigten Elternteil in Kenntnis gesetzt werden. Beispiele aus der Rechtsprechung sind der Wechsel von Namen, Religion oder Wohnort. Auch kann der Schulerfolg der Kinder eine wichtige Angelegenheit darstellen. Zudem kann das Gericht den nicht obsorgeberechtigten Elternteil auch ermächtigen, selbst bei Ärzten oder Schulen Informationen einzuholen.

Bevor man sich auf ein (langwieriges) Obsorgeverfahren einlässt, sollte man abklären, ob man nicht mit den zur Verfügung stehenden Kontakt-, Informations- bzw Äußerungsrechten seinen elterlichen Pflichten bzw Bedürfnissen nachkommen kann.